„Der Tod ist dunkler als die Nacht“ – Exklusiv-Reportage aus dem Kriegsgebiet in der Ostukraine

 


 

 

Michail Kalaschnikov (Name von der Redaktion nicht geändert) starrt durch den schmalen Türschlitz ins Freie.

Was er sieht, macht dem 2-Meter Hünen Angst. „Ich habe kein gutes Gefühl, heute Nacht passiert noch etwas Schlimmes“ murmelt er in seinen kauzigen, aber dennoch gepflegten Dreimonatsbart. Der Hipster-Trend ist nun auch im gottlosesten Winkel der Erde angekommen. Das schafft dann doch ein wenig Vertrauen an diesem Ort, wo Vertrauen nur noch ein Wort ist. [^^^Lektorat: Was sieht denn der gute Michail, was ihm Angst macht? Diesen Eintrag vor Veröffentlichung löschen^^^]

 

Die Nacht ist schwärzer als schwarz in Kapputskaya, einer seelenlosen Ansammlung ärmlicher Baracken, irgendwo in der Region Luhansk, dem gefährlichsten Ort östlich von Kiev.

 

Seit zwei Tagen befinde ich mich mitten im Kriegsgebiet in der weitgehend von russischen Separatisten kontrollierten Region Donetsk. [^^^Lektorat: Donetsk oder Luhansk? Entscheidet euch für eines von beiden. Diesen Eintrag vor Veröffentlichung löschen^^^]

 

Mexicans not welcome steht auf einem Schild neben dem, was einmal eine Ortstafel war.

„Man hat hier einfach Angst, dass uns die Mexikaner unsere Jobs in der Armee wegnehmen“ klagt Konstantin, ein junger Soldat aus dem Dorf. [^^^Lektorat: Da kann etwas nicht ganz stimmen, bitte nicht alles vom "Spiegel" abschreiben. Diesen Eintrag vor Veröffentlichung löschen^^^]


Wir haben in einer kleinen Hütte Platz genommen, es ist die Kommandozentrale dieses Vorpostens am Ende der Welt.

Aus dem Radio tönt der Song In The Army Now der britischen Rock-Band Status Quo.

Als einzige westliche Journalistin darf ich 24 Stunden mit den Soldaten verbringen.

Man ersucht mich eindringlich, der Welt die Wahrheit zu schildern. Und es ist eine grauenvolle Wahrheit.

 

Die kleine Truppe besteht aus 5 hartgesottenen Männern.

Michail, der Kommandant, Ruslan, ein junger Rekrut, Sergej, der aussieht, als könnte er einem Mann die Kehle mit seinem Fingernagel durchtrennen, Marcel, ein Söldner aus Monaco, der auch hier unter widrigsten Bedingungen auf sein Outfit achtet, Konstantin, der gerne auf seiner Panflöte spielt und Dimitri, der irgendwie unbeteiligt wirkt.

Eine verwegene Truppe, die das Schicksal dazu verdammt hat, in der Stille der Nacht auf den Tod zu warten.

[^^^Lektorat: Also wie viele sind das jetzt? 5 oder 6? Diesen Eintrag vor Veröffentlichung löschen^^^]


Es herrscht Totenstille in dem kleinen Raum, der vielleicht 5 x 5 m misst. [^^^Lektorat: Ist das Radio kaputt gegangen? Diesen Eintrag vor Veröffentlichung löschen^^^]

 

Ruslan sieht mich verstohlen an, ich merke, wie er mir auf die Brüste starrt.

Ich kann es nachvollziehen, schließlich trage ich ein hautenges Top und die Männer hier haben seit 2 Stunden keine Frau gesehen, weil beim Schichtwechsel im örtlichen Bordell etwas mit dem Nachschub nicht geklappt hat.

[^^^Lektorat: Mädel, Du trägst eine schusssichere Weste, da kann niemand Deine Nippel sehen. Diesen Eintrag vor Veröffentlichung löschen^^^]


Die Männer sind sehr gesprächig, jeder möchte seine Geschichte erzählen.

Außer Dimitri. Schweigsam sitzt er auf seinem Hocker aus kunstvoll geflochtenem Eisendraht. Ein Geschenk seiner Babuschka, die sich daran die Finger blutig gewickelt hat.

Obwohl ihm gestern der Kopf weggeschossen wurde, sieht er traurig aus. Oder vielleicht gerade deswegen. Wer kann schon in die Seele eines Mannes blicken, der dem Tod jeden Tag ins Auge blickt.


Ein kleiner Ölofen, der mit Plastikflaschen befeuert wird,  verbreitet einen bestialischen Gestank, aber auch so etwas wie eine bescheidene Gemütlichkeit. Vor dem Ofen, auf einem kleinen Seidenkissen, liegt ein junger Hund, starrt versonnen in die Flammen und schläft seinen Rausch aus. [^^^Lektorat: Wie kann der Hund gleichzeitig schlafen und in die Flammen starren? Diesen Eintrag vor Veröffentlichung löschen^^^] Es ist Slavomir, ein Feng-Shui-Welpe aus dem nahegelegenen Spezialgeschäft für exotische Tiere. „So einen Laden gibt es nahezu an jeder Ecke hier“ verrät mir Marcel, während er kurz seine Mundharmonika zur Seite legt. Sein französischer Akzent bringt ein bisschen Charme an diesen Ort der Verdammnis.


Ivan [^^^Lektorat: Wer ist denn jetzt Ivan bitte??? Diesen Eintrag vor Veröffentlichung löschen^^^]

fordert alle auf, sich bereit für den nächtlichen Kontrollgang zu machen. Nur der kopflose Dimitri bleibt ungerührt in seinem mit rotem Samt überzogenen Fauteuil sitzen, als ginge ihn das alles nichts an. 


Es herrscht klirrende Kälte. Die Sonne blendet mich, als ich ins Freie trete. Die Nacht ist bitterkalt. Konstantin sagt mir, dass es der kälteste Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in dieser Region seit Donnerstag ist.

 

Der Schnee stapelt sich meterhoch vor unserem Kommandoposten. In der Ferne zirpt eine Grille und singt ihr eigenes Lied von Tod und Grauen.

Plötzlich wird die markerschütternde Stille durch einen lauten Knall jäh unterbrochen. „Das sind die Mexikaner“ flüstert Dimitri mir zu, „die bereiten sich auf das Feuerwerk für Silvester vor“.

 

Nach diesem Ausblick mit tiefem Einblick in den täglichen Wahnsinn in Kapputskaya, beschließen wir, wieder zurückzukehren, uns zusammenzusetzen und mit dem Erlebten auseinanderzusetzen. [^^^Lektorat: Bitte keine derartig billigen Wortspielchen. Diesen Eintrag vor Veröffentlichung löschen^^^]

 

Als wir in die Hütte zurückkehren, ist Dimitri verschwunden. Die Hängematte bewegt sich noch. [^^^Lektorat: Leute, einmal sitzt der kopflose Typ auf einem Hocker aus Eisendraht, dann auf einem Fauteuil aus rotem Samt und jetzt wackelt die Hängematte. Bitte etwas besser aufpassen. Das fällt ja sonst dem Dümmsten auf. Diesen Eintrag vor Veröffentlichung löschen^^^]

 „Lange kann er noch nicht weg sein“ schließt Sergej messerscharf. „Er ist sicher ein russischer Spion, es kam mir schon die ganze Zeit komisch vor, dass er ständig von Putin geschwärmt hat.“


Der kleine Feng-Shui kauert ängstlich auf seinem Kissen. Was er zu erzählen hat, lesen Sie demnächst hier in einem Exklusiv-Interview aus dem Kriegsgebiet.

 

Die Fortsetzung unserer authentischen Reportage aus der Ostukraine lesen Sie in Kürze hier.

 

Wir widmen diese Reportage dem derzeit schwergebeutelten Nachrichtenmagazin Der Spiegel

 

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